Steigende Heizkosten belasten Haushalte in Deutschland immer stärker, Foto: Pixabay/Pixabay-Lizenz
Der Winter hat begonnen, die Heizsaison läuft. Für viele Haushalte in Deutschland bedeutet das steigende Heizkosten, doch die Unterschiede zwischen den Energieträgern bleiben erheblich. Eine Analyse der aktuellen Daten des Energiewirtschaftsverbands BDEW und des Heizspiegels von co2online zeigt, wie Deutschland 2024 heizt und wie sich die Kosten bis 2035 entwickeln könnten.
Laut dem Energiewirtschaftsverband BDEW wurden im Jahr 2024 56,2 Prozent aller Wohnungen in Deutschland mit Gas beheizt. Öl folgt mit 17,3 Prozent, während 15,5 Prozent der Haushalte Fernwärme nutzen. Der Anteil der Wärmepumpen liegt bei rund 6 Prozent, Holzheizungen machen etwa 3 Prozent aus. Stromheizungen spielen mit rund 1 Prozent eine untergeordnete Rolle.
Damit bleibt Gas der mit Abstand wichtigste Energieträger, obwohl die Bundesregierung langfristig den Ausstieg aus fossilen Brennstoffen anstrebt. Diese Entwicklung erinnert an die aktuelle Diskussion um steigende Heizkosten in Deutschland, die viele Eigentümer und Mieter gleichermaßen betrifft.
Energieträger
Anteil 2024 (%)
Gas
56,2
Heizöl
17,3
Fernwärme
15,5
Wärmepumpe
6,0
Holz
3,0
Strom
1,0
Sonstige
1,0
Heizkosten steigen bis 2035 deutlich
Die Prognose von co2online zeigt: Heizen wird bis 2035 in allen Bereichen teurer, besonders bei fossilen Brennstoffen. Während ein 130 m² großes Einfamilienhaus heute etwa 2.000 Euro pro Jahr für Gas oder Öl ausgibt, könnten diese Kosten bis 2035 auf 2.940 Euro (Gas) beziehungsweise 3.500 Euro (Öl) steigen.
Wärmepumpen und Holzpellets bleiben dagegen vergleichsweise günstig – mit prognostizierten 1.500 bis 1.600 Euro jährlich. Fernwärme bleibt der teuerste Energieträger und könnte 2035 mehr als 3.800 Euro kosten.
Die CO₂-Abgabe, steigende Netzgebühren und die begrenzte Zahl an Fernwärmeanbietern treiben die Kosten zusätzlich in die Höhe. Das bestätigt auch Energieberater Peter Preisendörfer von der Verbraucherzentrale Hessen.
Wärmewende zeigt erste Erfolge
Deutschland will langfristig weg vom Gas, um CO₂-Emissionen zu senken. Fast die Hälfte der deutschen CO₂-Emissionen stammt aus dem Wärmesektor, so der BDEW. Die Stadt Mannheim plant bereits den vollständigen Ausstieg bis 2035. Auch andere Kommunen verfolgen ähnliche Ziele: 19 Prozent der Stadtwerke wollen ihre Gasnetze innerhalb von 20 Jahren stilllegen und auf Fernwärme oder Wärmepumpen umsteigen.
Ein deutlicher Trend ist bei den Verkaufszahlen zu sehen: Von Januar bis Juni 2025 wurden erstmals mehr Wärmepumpen als Gasheizungen verkauft. Das geht aus Zahlen des Bundesverbands der Deutschen Heizungsindustrie hervor. Diese Entwicklung fügt sich in die allgemeine Bewegung hin zu mehr Energieeffizienz und Nachhaltigkeit – wie sie auch im Artikel über energieeffiziente Heizsysteme der Zukunft beschrieben wird.
CO₂-Preis und kommunale Wärmeplanung
Neben technischen Umstellungen beeinflusst auch die Politik die Heizkosten. Der CO₂-Preis, 2021 mit 25 Euro pro Tonne eingeführt, beträgt inzwischen 55 Euro. Ab 2026 wird er über Auktionen festgelegt, mit einem Preiskorridor von 55 bis 65 Euro. Prognosen gehen bis 2030 von bis zu 200 Euro aus.
Das bedeutet eine mögliche Verdreifachung der Kosten für fossile Brennstoffe. Für eine Gasheizung könnten die jährlichen Mehrkosten allein durch CO₂-Zertifikate von 115 auf 300 Euro steigen. Verbraucherschützer betonen, dass diese Belastung künftig zwischen Mietern und Vermietern geteilt werden muss.
Parallel dazu arbeiten die Kommunen an Wärmeplänen, um festzulegen, wie künftig geheizt werden soll. Städte wie Frankfurt am Main müssen bis Juni 2026 einen Plan vorlegen, kleinere Gemeinden bis 2028. Dies ist ein Schritt hin zu mehr Planungssicherheit, wie sie auch für Investoren im Bereich der zukünftigen Strompreisentwicklung von Bedeutung ist.
Übersicht der Heizkostenentwicklung bis 2035
Wärmepumpen und Holzpellets bleiben günstig, Foto: Pixabay/Pixabay-Lizenz
Energieträger
Heizkosten 2025 (EUR)
Prognose 2035 (EUR)
Gas
2.000
2.940
Öl
2.100
3.500
Fernwärme
2.300
3.800
Wärmepumpe
1.000
1.500
Holzpellets
1.000
1.600
Wärmepumpen und Holzpellets bleiben damit die günstigsten Heizoptionen der Zukunft, während Fernwärme und Öl deutlich teurer werden.
Deutschlands Heizlandschaft steht vor einem grundlegenden Wandel. Gas dominiert zwar weiterhin, doch Wärmepumpen gewinnen rasant an Bedeutung. Die Preise für fossile Brennstoffe steigen – angetrieben durch CO₂-Kosten, sinkende Anschlusszahlen und steigende Netzentgelte. Die Wärmewende hat begonnen, und sie wird die Art, wie Deutschland heizt, dauerhaft verändern.