Schnecken können im Garten erheblichen Schaden anrichten. Besonders nach frischen Pflanzungen greifen sie zarte Triebe an. Viele Gärtner greifen dann zu chemischen Mitteln. Doch es gibt wirksame und ungiftige Alternativen. Die besten Tipps für eine giftfreie Schneckenabwehr zeigen, wie Pflanzen sicher geschützt werden können.
- Schneckenkorn sollte nur im Notfall eingesetzt werden
- Tägliches Absammeln verhindert größere Schäden
- Gehäuseschnecken sind nützlich und sollten geschützt werden
- Hochbeete und bestimmte Pflanzenarten bieten natürlichen Schutz
Inhaltsverzeichnis:
- Marja Rottleb-Schega rät zu tierfreundlicher Gartengestaltung
- Anja Koenzen warnt vor dem Einsatz von Schneckenkorn
- Zäune, Ringe und Schutzanstriche aus Kiel
- Bierfalle lockt auch Nachbarschnecken an
- Tigerschnegel frisst Schnecken-Gelege
Marja Rottleb-Schega rät zu tierfreundlicher Gartengestaltung
Ein strukturierter Garten mit Wildwuchs, Totholz und Rückzugsorten für Igel, Frösche und Eidechsen hilft gegen Schneckenbefall. Diese Tiere gelten als natürliche Fressfeinde der Nacktschnecken. Je mehr sich diese Nützlinge im Garten wohlfühlen, desto geringer ist die Zahl der Schädlinge.
Auch die Auswahl der Pflanzen ist entscheidend. Schnecken meiden die meisten Kräuter, mit Ausnahme von Basilikum. Ebenfalls kaum gefährdet sind Tomaten, Paprika und viele Zierpflanzen. Ein Hochbeet bietet zusätzlich mechanischen Schutz, ebenso wie trockener Rasenschnitt oder eine Mulchschicht aus Stroh. Diese Materialien halten die feuchtigkeitsliebenden Tiere fern.
Anja Koenzen warnt vor dem Einsatz von Schneckenkorn
Gartenexpertin Anja Koenzen empfiehlt, auf Schneckenkorn zu verzichten. Die Wirkung des Wirkstoffs Metaldehyd ist zwar stark, jedoch gefährlich für Haustiere und Kinder. Wer auf chemische Mittel nicht verzichten kann, sollte auf Eisen-III-Phosphat setzen. Dieser Wirkstoff ist für andere Tiere unbedenklicher.
Der tägliche Kontrollgang durch den Garten kann ebenfalls helfen. Schnecken lassen sich am besten abends oder früh morgens absammeln. Wichtig: Nicht einfach über den Zaun werfen, sondern weit entfernt in der Natur aussetzen. Ansonsten kehren sie zurück.
Zäune, Ringe und Schutzanstriche aus Kiel
Gegen besonders gefährdete Pflanzen helfen mechanische Barrieren. Spezielle Schneckenzäune oder Ringe mit umgebogener Kante verhindern das Überqueren. Diese sollten tief in die Erde eingelassen werden, sonst winden sich die Tiere darunter hindurch.
Koenzen rät vom Kauf teurer Kupferdrähte oder elektrischer Schneckenzäune ab. Für Topfpflanzen und Hochbeete empfiehlt sie einen Speziallack, den eine Biologin aus Kiel entwickelt hat. Über die beschichteten Oberflächen können Schnecken nicht kriechen. Diese Anstriche sind im Baumarkt, Gartencenter oder online erhältlich.
Bierfalle lockt auch Nachbarschnecken an
Obwohl beliebt, ist die Bierfalle problematisch. Der Biergeruch zieht nicht nur eigene, sondern auch fremde Schnecken an. Viele trinken und wandern dann weiter zu anderen Pflanzen. Wer dennoch darauf setzt, sollte neben die Schale mit Bier einen Holzscheit oder Tontopf legen. Dort sammeln sich die Tiere und lassen sich morgens absammeln.
Tigerschnegel frisst Schnecken-Gelege
Nicht alle Nacktschnecken sind schädlich. Während die spanische Wegschnecke und Ackerschnecken große Mengen an Pflanzen fressen, gibt es auch nützliche Arten. Der Tigerschnegel zum Beispiel frisst die Eier anderer Nacktschnecken. Gehäuseschnecken hingegen ernähren sich fast ausschließlich von abgestorbenem Material und sind daher ungefährlich.
Vor dem Einsatz von Bekämpfungsmitteln sollte daher immer geprüft werden, um welche Schneckenart es sich handelt. Nur so lässt sich die Gartenfauna gezielt und umweltbewusst schützen.
Quelle: ZDF Heute, YouTube