Der Laborbau spielt eine zentrale Rolle für die Entwicklung des Forschungs- und Technologiestandorts Deutschland. In den vergangenen Jahren hat sich die Bundesrepublik erneut als wichtiger internationaler Akteur etabliert.
Innovationen entstehen unter anderem in den Bereichen Gesundheit, Klimaforschung, Biotechnologie und Digitalisierung. Staatliche Förderprogramme, industrielle Kooperationen sowie die Rückkehr qualifizierter Fachkräfte sorgen für eine hohe Dynamik beim Ausbau moderner Forschungseinrichtungen.
Mit dieser Entwicklung steigen auch die Anforderungen an Gebäude für Forschung und Entwicklung. Labore gehören zu den komplexesten Bauprojekten im Bauwesen. Sie müssen hohe technische Standards erfüllen und gleichzeitig strenge regulatorische Vorgaben einhalten. Gleichzeitig benötigen Forschungseinrichtungen flexible Räume, die sich an neue wissenschaftliche Anforderungen anpassen lassen.
Serielle Produktion verkürzt Bauzeiten deutlich
Eine Lösung für diese Herausforderungen bietet der Labor modulbauweise. Bei dieser Bauweise entstehen Gebäudemodule in industrieller Serienproduktion innerhalb von Produktionshallen. Die einzelnen Module werden anschließend zur Baustelle transportiert und dort montiert. Das Verfahren ermöglicht eine deutlich schnellere Umsetzung von Bauprojekten.
Durch die witterungsunabhängige Vorfertigung kann die Bauzeit im Vergleich zu konventionellen Bauweisen um bis zu 70 Prozent reduziert werden. Gleichzeitig erhöht sich die Terminsicherheit, da viele Arbeitsschritte bereits im Werk abgeschlossen werden. Auch die Kosten lassen sich genauer planen, da Bauprojekte häufig mit Festpreisgarantie umgesetzt werden.
Der hohe Vorfertigungsgrad sorgt zudem für saubere und vergleichsweise leise Baustellen. Gleichzeitig profitieren Bauherren von kontrollierter Qualität, da die Produktion unter standardisierten Bedingungen erfolgt. Eine integrale Planung trägt außerdem dazu bei, die Life Cycle Costs eines Gebäudes zu reduzieren.
Sicherheitsanforderungen bestimmen den Laborbau
Sicherheit ist ein zentrales Element bei der Planung von Laborgebäuden. Abhängig von der Art der Forschung müssen Labore unterschiedlichen biologischen oder chemischen Gefährdungen standhalten. Die Sicherheitsstufen reichen von S1 bis S3 gemäß Biostoffverordnung. Während Labore der Stufe S1 bereits erhöhte Sorgfalt im Umgang mit Arbeitsstoffen verlangen, benötigen S2- und insbesondere S3-Labore komplexe Schutzmaßnahmen.
Dazu gehören beispielsweise Schleusenbereiche, Unterdrucksysteme, spezielle Lüftungs- und Filtertechnik sowie robuste und leicht zu reinigende Oberflächen. Zusätzlich gelten im Laborumfeld die Technischen Regeln für Arbeitsstätten. Diese definieren Anforderungen an Arbeitswege, Flucht- und Rettungspläne, Raumklima, Beleuchtung und ergonomische Arbeitsplätze.
Weitere relevante Vorschriften sind die TRGS 526 für Gefahrstoffe in Laboratorien sowie technische Normen wie DIN EN 12128 und DIN 1946-7 für raumlufttechnische Anlagen. Diese Vorgaben fließen bereits in frühen Planungsphasen in die Entwicklung moderner Laborgebäude ein.
Modulare Gebäude bieten Flexibilität für Forschungseinrichtungen
ALHO Systembau GmbH entwickelt seit mehr als 55 Jahren modulare Gebäude als Alternative zu konventionellen Bauweisen. Das familiengeführte Unternehmen beschäftigt europaweit über 1.300 Mitarbeitende. Die Gebäude entstehen in Produktionshallen und werden anschließend auf der Baustelle zusammengefügt.
Die modulare Bauweise basiert auf einer freitragenden Stahlskelettstruktur mit nichttragenden Wänden. Dadurch lassen sich Grundrisse flexibel anpassen. Gebäude können später erweitert oder umgebaut werden. Gleichzeitig erlaubt die Bauweise individuelle architektonische Lösungen mit unterschiedlichen Fassaden- und Gebäudestrukturen.
Modulare Labore kommen sowohl in universitären Forschungseinrichtungen als auch in der pharmazeutischen Industrie oder bei Hightech-Unternehmen zum Einsatz. Beispiele für realisierte Projekte sind ein Saatgutlabor der Universität Bonn mit Sicherheitsstufe S1, ein Forschungsgebäude für die Technische Universität München in Garching sowie ein Laborgebäude für die TIB Chemicals AG in Mannheim.
Modulare Bauweise unterstützt Ausbau der Forschungslandschaft
Der Ausbau moderner Laborinfrastruktur bleibt ein wichtiger Faktor für Innovation und wissenschaftliche Entwicklung. Modulare Baukonzepte ermöglichen eine schnelle und planbare Umsetzung neuer Forschungsgebäude. Gleichzeitig erfüllen sie hohe Anforderungen an Sicherheit, Funktionalität und technische Ausstattung.
Mit der Kombination aus industrieller Vorfertigung, flexibler Architektur und kontrollierter Qualität entwickelt sich der modulare Laborbau zu einer wichtigen Option für Forschungseinrichtungen und Unternehmen, die ihre Infrastruktur effizient erweitern möchten.