Steigende Preise bei knapper Neubautätigkeit
Steigende Preise bei knapper Neubautätigkeit, Foto: Pexels / Lizenz: Pexels

Der deutsche Immobilienmarkt zeigt zum Jahreswechsel klare Signale. Nach starken Schwankungen stabilisieren sich Preise und Nachfrage. Für 2026 erwarten Fachleute steigende Immobilienpreise, jedoch nicht in allen Regionen und Segmenten. Daten, Prognosen und konkrete Zahlen zeichnen ein differenziertes Bild. Die Entwicklung steht im Zusammenhang mit einem anhaltend angespannten Wohnungsmarkt.

Inhaltsverzeichnis:

Deutschland 2025 und Statistisches Bundesamt

Die Preisentwicklung hat bereits eingesetzt. Wohnimmobilien verteuerten sich 2025 im zweiten Quartal im Jahresvergleich um durchschnittlich 3,2 Prozent. Das meldet das Statistische Bundesamt. Es war der dritte Anstieg in Folge. Zuvor hatte der Markt über einen längeren Zeitraum nachgegeben. Die Dynamik unterscheidet sich je nach Region deutlich. Vergleichbare Schwankungen gab es zuvor, als Wohnimmobilienpreise erneut sanken.

Martin Englert und LBS Immobilien Nordwest

Nach Einschätzung von Martin Englert fand die Preiskorrektur bereits 2022 und 2023 statt. Ausgenommen waren einzelne Hotspots in den Big-7-Städten. Seitdem steigen die Preise wieder, allerdings nur knapp über der Inflationsrate. Rückgänge erwartet er vor allem bei modernisierungsbedürftigen Altbauten. Dort müssen Investitionskosten früh berücksichtigt werden. Gleichzeitig wirkt der schwache Neubau preistreibend. Das zeigt sich auch bei weniger Neubauten und steigenden Mieterhöhungen.

Fabian Rausch und Freundeskreis-Gruppe

Fabian Rausch rechnet mit starken Preissprüngen dort, wo Neubau nahezu zum Stillstand gekommen ist und der Zuzug anhält. Betroffen sind Metropolen wie Berlin, Hamburg, München, Köln, Frankfurt, Düsseldorf und Stuttgart. Die Preisrally wird nicht überall stattfinden, aber in gefragten Metropolen dürfte sie sich 2026 beschleunigen. Auch B-Lagen mit mindestens 200.000 Einwohnern gelten als aussichtsreich. Vorsicht mahnt er bei C- und D-Lagen mit Abwanderung und schwacher Infrastruktur.

Hendrik Richter und Ohne-Makler

Hendrik Richter sieht Ballungsräume weiterhin als klare Preistreiber. Städte wie Kiel, Essen, Augsburg oder Leipzig rücken stärker in den Fokus. In einzelnen B-Städten könnte der Anstieg höher ausfallen als in den Metropolen. Kritisch bewertet er periphere Regionen mit geringer wirtschaftlicher Aktivität. Bei Immobilienarten zeigen sich klare Unterschiede. Wohnungen bleiben gefragt. Einfamilienhäuser entwickeln sich selektiv. Energieeffizienz beeinflusst den Preis zunehmend.

Wohnungen, Häuser und Gewerbeimmobilien

Mehrere Experten nennen Wohnungen als Gewinner. Wohnungen steigen im Preis schneller als Mehrfamilienhäuser. Bezahlbare Angebote verschwinden schneller vom Markt. Besonders gefragt sind Objekte mit mehreren Zimmern in stabilen B-Lagen.

Einfamilienhäuser bleiben gefragt, jedoch vor allem in guten Lagen. Randlagen stagnieren. Als klare Verlierer gelten Gewerbeimmobilien außerhalb der Top-Lagen. Der Flächenbedarf sinkt dauerhaft durch Homeoffice.

Einflussfaktoren 2026

Der größte Preistreiber bleibt der Nachfragedruck nach Wohnraum. Er wirkt direkt auf Mieten und Kaufpreise. Risiken entstehen durch geopolitische Entwicklungen sowie Material- und Baukosten. Gleichzeitig zeigen sich leichte Entspannungssignale. Steigende Baugenehmigungen und politische Vereinfachungen wirken unterstützend. Die Bauzinsen pendeln sich zwischen 3,5 und 4,0 Prozent ein. Das sorgt für mehr Planungssicherheit.

Berlin und Mikro-Lagen

Für Berlin erwarten Fachleute keine einheitliche Entwicklung. Objektart, Wohnfläche und Lage entscheiden. Die Daten zeigen deutliche Unterschiede.

  • Wohnungen stiegen von 5936 auf 5961 Euro pro Quadratmeter
  • Kleine Wohnungen unter 40 Quadratmetern verloren rund 100 Euro
  • Wohnungen zwischen 40 und 90 Quadratmetern erreichten 5519 Euro
  • Häuserpreise sanken von 5012 auf 4904 Euro pro Quadratmeter

Große Wohnflächen verloren überdurchschnittlich an Wert. Dennoch rechnen Experten auch 2026 mit steigenden Preisen. Mikrolage, Bezirk und Gebäudezustand bleiben entscheidend. Die Nachfrage in Berlin gilt weiterhin als sehr hoch.

Der Ausblick bleibt differenziert. Starke Städte und gut angebundene Regionen gewinnen weiter, strukturschwache Lagen verlieren an Bedeutung. Zahlen, Standortqualität und Angebot bestimmen die Entwicklung.

Quelle: Berliner Morgenpost, Milekcorp

FAQ

Warum steigen die Immobilienpreise 2026 nicht überall gleich?

Die Preisentwicklung hängt stark von Lage, Nachfrage und Neubautätigkeit ab. Ballungsräume und B-Lagen profitieren stärker, während C- und D-Lagen häufiger stagnieren oder verlieren.

Welche Immobilienarten gelten 2026 als besonders gefragt?

Vor allem Wohnungen in Ballungsräumen und attraktiven B-Lagen gelten als gefragt. Sie profitieren vom knappen Angebot und einer konstant hohen Nachfrage.

Welche Rolle spielt die Energieeffizienz bei Immobilienpreisen?

Die Energieeffizienz beeinflusst die Preisentwicklung deutlich. Immobilien mit veralteter Technik erzielen geringere Preise, während energetisch moderne Objekte besser abschneiden.

Warum gelten Gewerbeimmobilien als Verlierer?

Der Flächenbedarf sinkt dauerhaft, da viele Unternehmen Homeoffice nutzen. Besonders außerhalb von Top-Lagen führt das zu geringerer Nachfrage.

Wie entwickeln sich die Immobilienpreise in Berlin?

In Berlin ist die Entwicklung uneinheitlich. Mikrolage, Wohnfläche und Objektart entscheiden. Große Wohnungen und Häuser verloren zuletzt an Wert, während kleinere Wohnungen stabil blieben.

Welche Bedeutung haben die Bauzinsen für 2026?

Die Bauzinsen spielen eine untergeordnete Rolle. Experten rechnen mit stabilen bis leicht steigenden Zinsen zwischen 3,5 und 4,0 Prozent.

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