Bauprojekte in Deutschland nehmen wieder Fahrt auf
Bauprojekte in Deutschland nehmen wieder Fahrt auf, Foto: Pexels / Lizenz: Pexels

Die deutsche Bauwirtschaft registriert erstmals seit Jahren klare Signale der Stabilisierung. Mehrere Indikatoren zeigen, dass sich das Umfeld aufhellt und Betriebe wieder mit steigenden Aufträgen rechnen. Die jüngsten Zahlen des Zentralverbands Deutsches Baugewerbe ZDB verdeutlichen, wie breit die Erholung verläuft. Wesentliche Daten zu Umsatz, Aufträgen und Segmenten liefern ein konsistentes Bild der bevorstehenden Trendwende.

Inhaltsverzeichnis:

Prognose 2025 bauwirtschaft deutschland

Der ZDB erwartet für 2025 einen Umsatz von 168 Milliarden Euro. Das entspricht einem nominalen Plus von 3 Prozent und real 0,6 Prozent. Der Verband prognostiziert für 2026 rund 178 Milliarden Euro, nominal plus 6 Prozent und real plus 2,5 Prozent. Die stärksten Impulse liefert der Tiefbau, der durch das Sondervermögen für Infrastruktur und Klimaneutralität erheblich gestützt wird. Diese Einschätzung deckt sich mit der aktuellen Marktsituation 2025 in Deutschland, die ebenfalls auf eine Stabilisierung hinweist.

Entwicklung der Geschäftslage

Eine Befragung von 1.500 Unternehmen zeigt ein klar verbessertes Bild. Etwa 56 Prozent bezeichnen ihre Situation als gut oder befriedigend. Rund 70 Prozent rechnen in den kommenden Monaten mit einer stabilen oder verbesserten Lage. Der Rückgang der Jahre 2021 bis 2024 bleibt jedoch sichtbar. Die Branche verlor real etwa 17 Prozent. Bis Ende des dritten Quartals 2025 wuchsen die Auftragseingänge nominal um gut 10 Prozent und real knapp 8 Prozent. Diese Entwicklung betraf Hochbau und Tiefbau gleichermaßen. Großprojekte im öffentlichen Bereich und im Wirtschaftsbau trugen wesentlich dazu bei. Auch stabile Bauzinsen wirkten unterstützend auf Investitionsentscheidungen.

Wohnungsbau deutschland 2025

Im Hochbau zeigt der Wohnungsbau erstmals wieder positive Signale. Drei Jahre fast vollständigen Investitionsstopps enden. Projekte starten neu, da Investoren die veränderten Rahmenbedingungen zunehmend akzeptieren. Laut Verband fehlen dennoch jährlich mehr als 100.000 Genehmigungen.

Erste Erholungssignale im deutschen Wohnungsbau
Erste Erholungssignale im deutschen Wohnungsbau, Foto: Pexels–Pixabay / Lizenz: Pexels–Pixabay

Die geplante EH-55-Plus-Förderung könnte helfen, den Bauüberhang zu reduzieren. Sie setzt eine Wärmeerzeugung aus vollständig erneuerbaren Energien voraus. Entscheidend ist eine Zinsstützung, die zum Start des Programms am 16. Dezember unter dem Marktniveau liegen muss. Der ZDB sieht im sogenannten Windhundprinzip ein Risiko, da die Fördertöpfe rasch ausgeschöpft sein könnten. Für 2025 rechnet der Verband mit knapp 54 Milliarden Euro Umsatz, nominal minus 1,5 Prozent und real minus 4 Prozent. 2026 sollen rund 56,3 Milliarden Euro erreicht werden. Die Fertigstellungen sinken weiter. Nach 252.000 Einheiten 2024 erwarten Experten 225.000 bis 230.000 Einheiten für 2025 und 215.000 bis 220.000 für 2026. Erst 2027 rechnen Fachleute wegen der langen Projektlaufzeiten wieder mit einem Anstieg der Fertigstellungen. In diesem Zusammenhang liefern Analysen zu mehr Baugenehmigungen trotz Wohnungsnot zusätzliche Einordnung.

Öffentlicher bau deutschland 2026

Der öffentliche Bau entwickelt sich unterschiedlich. Im Hochbau, der rund ein Fünftel des Volumens ausmacht, stiegen die Auftragseingänge bis Ende des dritten Quartals 2025 um 13 Prozent. Haupttreiber waren große Bundesprojekte. Im Tiefbau kam es zu Schwankungen. Ein Vergabestopp führte im Straßenbau zu einem Einbruch der Aufträge um mehr als 12 Prozent, während andere Segmente wie der Brückenbau deutlich zulegten. ZDB-Präsident Wolfgang Schubert-Raab betont, dass die Bundesmittel Wirkung zeigen. Kommunen stehen jedoch weiterhin unter erheblichem finanziellen Druck. Trotz 60 Milliarden Euro aus dem Sondervermögen rechnen kommunale Spitzenverbände mit einem Rückgang der Investitionen von 44,5 Milliarden Euro im Jahr 2024 auf etwa 31 Milliarden Euro im Jahr 2028. Für 2025 wird im öffentlichen Bau ein Umsatz von 49 Milliarden Euro erwartet. Das entspricht nominal plus 4 Prozent und real plus 1 Prozent. 2026 sollen 51,6 Milliarden Euro erreicht werden.

Die vorliegenden Zahlen zeigen eine Bauwirtschaft, die nach Jahren des Rückgangs zunehmend Stabilität gewinnt. Unterschiede zwischen den Segmenten bleiben bestehen, doch die Gesamttendenz ist positiv. Entscheidend ist, dass Investitionen konsequent umgesetzt werden und die angekündigten Mittel tatsächlich im Markt ankommen.

 Quelle: BAU BI, MILEKCORP

FAQ

Wie entwickelt sich der Umsatz der Bauwirtschaft bis 2026?

Der ZDB erwartet 2025 einen Umsatz von 168 Milliarden Euro und 2026 rund 178 Milliarden Euro. Beide Jahre sollen nominal und real wachsen.

Welche Bereiche tragen am stärksten zum Wachstum der Bauwirtschaft bei?

Der Tiefbau liefert die größten Impulse, getragen durch das Sondervermögen für Infrastruktur und Klimaneutralität. Auch öffentliche Großprojekte unterstützen den Aufwärtstrend.

Wie ist die Lage im Wohnungsbau für 2025 und 2026?

2025 wird ein Umsatz von knapp 54 Milliarden Euro erwartet, 2026 rund 56,3 Milliarden Euro. Die Zahl der Fertigstellungen sinkt jedoch weiterhin.

Warum verbessert sich das Geschäftsklima laut ZDB?

56 Prozent der befragten Betriebe bewerten ihre aktuelle Lage als gut oder befriedigend. Zudem erwarten etwa 70 Prozent eine stabile oder bessere Entwicklung.

Welche Herausforderungen bestehen für den öffentlichen Bau?

Kommunen stehen trotz zugesagter Bundesmittel weiterhin unter finanziellem Druck. Zudem kam es im Straßenbau zeitweise zu Vergabestopps, die die Auftragseingänge schwächten.

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